Nicht alleine die Verwaltung entscheidet!

Leserbrief von Renate Fleißig-Steckel, Goslar, vom 28.12.2023 zum Bau der Stadthalle in Goslar

Stadthalle: Ist das mutig oder Harakiri?

Ich erinnere mich gerne an schöne Theater- oder Konzertaufführungen im „Odeon“-Theater. Leider hat es die Stadt Goslar damals, in finanzi- ell wesentlich besseren Zeiten, ver- säumt, für die Erhaltung dieses schönen Theaters Sorge zu tragen. Es wurde kein Geld in die Hand ge- nommen, bis es zum Betretungsverbot kam.

Nun, in Zeiten knapper Kassen, möchte man Geld für Kultur inves- tieren. Im Moment wird der Nor- malbürger von der Regierung ausgequetscht wie eine Zitrone. Unter an- derem durch höhere Energiepreise, die entsprechend Verbrauchsgüter, Handwerkerleistungen etc. in die Höhe treiben. Notgedrungen wird auch an Kultur gespart werden müssen. Es ist sehr mutig (oder Harakiri) jetzt in eine Stadthalle zu in- vestieren, ohne zu wissen, wie sich die wirtschaftliche Lage in nächster Zeit entwickelt und wie hoch die Folgekosten für die Unterhaltung sein werden. Vielleicht sollte man zunächst die seit Wochen defekte Beleuchtung in der Bahnhofsunter- führung instand setzen. Schön wäre auch ein neuer Bücherschrank vor dem alten Standesamt. Als es ihn noch gab, wurde er sehr viel genutzt. Das abgerissene Oberdeck für den Parkplatz Kornstraße fehlt seit über sieben Jahren und damit auch Parkplätze für die in der Innenstadt arbeitenden Beschäftigten. Das sind Peanuts gegenüber dem Großpro- jekt Straßen. In unserer Stadt sind Straßen ohne Löcher eine Selten- heit - mit einem Geländewagen ist man fein raus. Das Straßenprojekt wird nicht billig sein. Wenn dann noch viel Geld übrig ist, gerne auch eine neue Stadthalle.

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